One Day: Tunis auf eigene Faust entdecken + Sidi Bou Said + Karthago

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Der Duft von exotischen Gewürzen und Parfüms. Händler die mal mehr, mal weniger aufdringlich ihre Waren anpreisen. Der Ruf des Muezzins und enge Gassen durch die Medina. All das erwartet einen bei einem Tagesausflug durch Tunis.

One Day: Tunis auf eigene Faust entdecken + Sidi Bou Said + Karthago

Tunis auf eigene Faust zu entdecken ist sehr einfach. So wie wir, werden die meisten Gäste mit einem Kreuzfahrtschiff in La Goulette anlegen und von dort aus den Tag starten. Was auf den ersten Blick recht abenteuerlich und kompliziert aussieht, erweist sich aber als recht einfach und unkompliziert. Man sollte aber nicht ganz unvorbereitet auf diesen Tag sein. Wie dein Tag unvergesslich wird, werde ich dir hier zeigen.

La Goulette, der Hafen von Tunis

Wer also mit dem Schiff ankommt, der ist nicht direkt in Tunis sondern in La Goulette. So nennt sich der Hafenort der 10 km vor Tunis liegt und über einen ebenso langen Damm mit der Hauptstadt von Tunesien verbunden ist.

Da wir selber das erste Mal in Tunis waren, haben wir uns vor der Abreise 4 Dinge besorgt. Als erstes eine Stadtkarte, die wir auf Amazon gefunden haben und die uns gute Dienste geleistet hat. In dieser Karte ist auch der Zug mit allen Haltestellen von La Goulette –> Tunis in die eine Richtung sowie nach Sidi Bou Said in die andere Richtung enthalten.

Zweitens haben wir uns schon zu Hause ein paar Tunesische Dinar besorgt. Man benötigt nicht viele Dinar, aber ohne kommt man nicht so einfach und vor allem kostengünstig in die Stadt. Das wechseln ist zwar auch in La Goulette möglich, aber man verliert aus meiner Sicht einfach zu viel Zeit, wenn man den Tag gut nutzen will. Wir haben für 2 Personen umgerechnet 40 € bereits mitgebracht. So viel ist eigentlich nicht nötig, aber wir haben auch geplant die Mitbringsel aus dem Urlaub in Tunis zu kaufen und auch noch die gute Küche Tunesiens zu genießen.

Als drittes haben wir noch eine Auslandskrankenversicherung abgeschlossen. Man ist zwar nur kurze Zeit auf dem afrikanischen Kontinent, der Teufel schläft aber nie….

Da wir immer gerne die lokalen Köstlichkeiten probieren, haben wir als viertes auch immer eine gute Reiseapotheke mit im Gepäck. Sicher ist sicher 🙂 Wer schon eine hat, sollte aber vor jeder Reise kontrollieren ob keine Artikel abgelaufen sind. Abgelaufene sind ansonsten auszutauschen. Eventuell länderspezifische Produkte noch ergänzen.

Von La Goulette nach Tunis mit dem Zug

Gleich nach dem Frühstück sind wir von Bord, um unseren Plan für den Tag in die Tat umzusetzen. Als erstes wollten wir die Zughaltestelle La Goulette finden, um von dort in die Stadt zu fahren.

Kommt man vom Boot, geht man als erstes durch das Goulette Shipping Cruise Gebäude auf einen großen Parkplatz. Dort warten die Reisebusse schon auf die Kunden, die eine Tagestour gebucht haben. Was noch wartet sind unzählige Taxis mit ihren unterbeschäftigten Fahrern. Wobei warten nicht der richtige Ausdruck ist. Sie bitten einen – mehr oder weniger forsch – mit ihnen nach Tunis zu fahren. Auf diese Angebote aber nicht eingehen und auch keine Diskussionen führen. Wichtig, man geht einfach zielstrebig Richtung Bahnhof der ca. 10 Minuten entfernt liegt. Witzig zu beobachten: Mit jedem Meter den man zurücklegt wird der Fahrpreis nach Tunis günstiger. Direkt am Hafen sind es 40 € und vor dem Bahnhof nur noch 5 € für die Fahrt nach Tunis.

 

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Der Bahnhof ist sehr einfach zu finden. Man sieht vom Schiff aus schon die Bahngleise die über den Damm nach Tunis führen. Vom Schiff runter, einfach den Gleisen geradeaus folgen, an einer Tankstelle vorbei und man hat den Bahnhof La Goulette Vieille erreicht. Direkt gegenüber der Anlegestelle vom Schiff befindet sich auch ein Bahnhof (La Bac), dieser ist aber wegen einer Mauer die das Hafengelände abgrenzt nicht erreichbar. Am kleinen Ticketschalter am Bahnhof kauft man sich das Ticket nach Tunis. Dabei muß beachtet werden, dass hier nur Tunesische Dinar akzeptiert werden. Dies ist der Grund warum wir schon zu Hause gewechselt haben. Ein Geldautomat ist nicht in der Nähe. Es gibt zwar Banken, wir wollten wie gesagt nicht zu viel Zeit mit dem Geldwechseln vergeuden. Was noch zu erwähnen wäre. Ticketpreis nach Tunis ca. 0,40 €!

Spaziergang vom Bahnhof Tunis Marine zur Medina

Die Züge der Linie TGM sind alle 10 bis 20 Minuten unterwegs. Also man wartet nie lange auf den nächsten. Immer gerade aus fährt der kleine Zug, man sollte eher Straßenbahn sagen, Richtung Hauptstadt. Je nachdem welche Tageszeit, ist der Wagon mehr oder weniger voll. Zu Mittag sind es vor allem Schüler auf dem Weg von der Schule die zu- oder aussteigen. Es ist aber nichts zu spüren von den Horrorgeschichten die einem die Taxifahrer noch vor ein paar Minuten erzählt haben. Die Bahn ist zwar alt, aber alle Leute sind nett und freundlich. Auch Frauen könne ohne Probleme mitreisen. Verfahren kann man sich auch nicht. Aussteigen muss man im Bahnhof Tunis Marine, welcher auch der Endbahnhof der Linie ist. Später steigt man auch dort wieder zu. Der Ticketschalter ist genau vor dem Bahnhof.
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Nachdem man ausgestiegen ist, geht es ebenso einfach weiter. Immer gerade aus. Richtung Medina spaziert man ungefähr 15 Minuten über die breite Einkaufsstraße Avenue Habib Bourguiba, die an beiden Seiten viele Cafés, Hotels und Einkaufsläden hat. Was man hier auch sieht, sind einige öffentliche Gebäude, die von Polizei und Militär gut bewacht und abgeschirmt sind. Ein Gefühl von Unsicherheit hatten wir aber nie.

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Die Medina und die Souks

Nachdem man die vielspurige Avenue entlang gewandert ist, kommt ganz schnell das Kontrastprogramm – Die historische Altstadt, die Medina.

Heute gehört die Medina von Tunis zum Weltkulturerbe der UNESCO. Im 9. Jhdt. wurde sie erbaut und noch heute sollen dort an die 20.000 Menschen wohnen. Schnell verliert man beim Wandern durch die Medina die Orientierung. Viele enge Gassen, in denen sich die Souks befinden, winden sich durch die Altstadt. Jede Gasse ist einem anderen Gewerbe gewidmet. In der einen findet man nur Stoffe, wo anders nur Parfüms. So geht es weiter mit Lederwaren, Gewürze, Metallwaren usw.

Schnell vergisst man Raum und Zeit und irgendwann wird man orientierungslos wieder an einer der Straßen die die Medina umrunden ausgespuckt. Danach einfach wieder eintauchen, solange man eben Lust hat diese orientalische Welt zu genießen. Im Zentrum der Medina befindet sich die wichtigste Moschee von Tunesien. Die Ez-Zitouna-Moschee. Um mich besser durch das Gassengewirr zu lotsen, verwende ich die App von OsmAnd. Somit können wir recht effizient die Medina erkunden. Allzu groß ist die Fläche die sie bedeckt ja nicht. Ich schätze so einen Kilometer Länge und 500 m Breite.

Sidi Bou Said – Kontrastprogramm zur Großstadt

Wer genug von den engen Gassen und den Händlern hat, dem kann ich noch den Küstenort Sidi Bou Said empfehlen. Wiederum ganz einfach zu erreichen mit der Linie TGM. Man fährt zurück Richtung La Goulette und ohne auszusteigen weiter an Karthago vorbei bis zum Bahnhof von Sidi Bou Said. Etwa 20 km sind es von Tunis in das kleine Künstlerdorf. Um das Dorf zu beschreiben muss man sich nur die Bilder ansehen. Im 16 Jhdt. wurde der Ort von Spaniern gegründet. Heute ist er sehr vom Tourismus geprägt. Ein Spaziergang durch die malerischen Gassen mit den weißen Häusern und den schönen blauen Fenstern und Türen ist sehr lohnenswert. Auch ein nettes Essen ist in den kleinen Restaurants zu empfehlen.

Karthago – Ein weiteres Weltkulturerbe

Wer noch nicht genug erlebt hat an diesen Tag und auch noch Zeit übrig ist, der kann auch noch Karthago besichtigen. Das feine, es liegt auch an der Linie TGM und direkt zwischen Sidi Bou Said und dem Hafen von La Goulette. Für uns war leider zu wenig Zeit übrig um uns die Ausgrabungen dieser historischen Stadt anzusehen. Beim nächsten Besuch werden wir aber sicherlich an diesem historischen Ort vorbeischauen. Wer schon dort war, kann gerne seine Erlebnisse in den Kommentaren dokumentieren.

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Was man noch wissen sollte

Alles was an Waren in den Souks oder in Sidi Bou Said angeboten wird, hat keine Preisauszeichnung. Verhandlungsgeschick ist also angesagt. Wie es eben so üblich ist auf Basaren. Man bemerkt auch schnell, dass Verkauf in Euro beliebter ist als in Dinar. Händler gehen auch davon aus, dass man als Tourist keine Dinar dabei hat. Händler sind schnell erstaunt wenn man lieber in Dinar verhandelt. Für sie fällt leider ein Zusatzverdienst über den für uns ungünstigen Wechselkurs weg. Wir waren auf jeden Fall froh ein paar Dinar schon zu Hause getauscht zu haben.

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