Über 30 Kehren in den Radhimmel – Radtour im Montafon

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Der Großglockner, vor allem aber die Zielankunft in Alpe d‘Huez sind allen Radsport begeisterten ein Begriff. Es gibt aber unzählige andere Touren die nicht durch Pro-Tour Rennen bekannt geworden sind. Eine davon befindet sich in den Alpen beim Übergang von Vorarlberg nach Tirol – die Silvretta Hochalpenstrasse. Sie gehört sicherlich zu den Highlights im Leben eines Radsportlers. Egal ob mit dem Rennrad oder dem Mountainbike. Für jeden bietet dieses Spektakel über die 30 Kehren zur Bielerhöhe ein unvergessliches Erlebnis.

Radtour im Montafon – 1001 Höhenmeter Aufstieg in atemberaubender Bergkulisse

Als Startpunkt der Radtour im Montafon kann man den Parkplatz der Vermuntbahn wählen. Dieser liegt in Partenen am hinteren Ende des Montafon. Vor einem liegen ab da bis zum Ziel auf der Bielerhöhe 1001 Höhenmeter. Wem dies zu kurz ist, der kann auch einen anderen Ausgangspunkt im Montafon wählen. Durch das gesamte Tal führt auch ein Radweg.

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Kehre 1 bis 15 – Jetzt beginnt die Radtour im Montafon

Schnell am Schranken bei der Mautstelle vorbei. Ein schneller Blick auf die Preistafel zeigt, PKW 14,- Euro und Motorrad 11,- Euro, mit dem Rad ist es natürlich kostenlos. Der Kopf dreht sich ständig um Orientierung zu finden. Beiderseits gehen die Berghänge steil nach oben und vor einem liegt sie – schlangenförmig und steil nach oben windend – die Silvretta Hochalpenstrasse.

Weitere Tourinfos findest du unter Reiseführer und Weblinks

Bald ziehen die ersten Autos, Motorräder und Wohnmobile vorbei. Es sollen im Laufe einer Sommersaison bis zu 400.000 Personen diesen spektakulären Alpenpass überqueren. Egal, in diesem Moment genießt man die Vorfreude die ersten Kehren hinter sich zu lassen und bald auch einen schönen Blick nach unten ins Montafon zu haben. Der Müsliriegel ist auf jeden Fall noch tief in der Rückentasche verstaut. Ich bin mit dem MTB unterwegs und habe einen Geruch in der Nase den man abseits der geteerten Wege normalerweise nicht riecht. Ein paar talwärts fahrende Fahrzeuge haben ihren Bremsen wohl ein wenig zu viel zugemutet.

Kehre 16 bis 23 – Der Rhythmus passt

Beim Bau der Straße hat man schon dafür gesorgt, dass man immer weiß wo man sich befindet. Wie auch bei anderen Pässen sind die Kehren durchnummeriert. An einem guten Tag frisst man die Nummern nur so rein, an einem schlechten möchte man sie über die Leitplanken werfen. Heute läuft es bis jetzt perfekt, der Rhythmus hat sich an die Steigung und das Kurvengeschlängel angepasst. Ein paar Radler habe ich bereits überholen können, ein paar sind aber auch an mir vorbeigezogen. Die Straße wie man sie heute vorfindet wurde 1961 als zweispurige Auffahrt fertiggestellt. Die Geschichte beginnt aber schon 1925. Damals begann man mit dem Bau des Vermunt-Stausees. Es war nur ein Karrenweg über den man das Baumaterial anlieferte. Im Jahr 1931 war dieses Kraftwerkprojekt fertiggestellt. Der Silvretta-Stausee und damit die Verlängerung der Straße bis zur Bielerhöhe wurden erst im Jahr 1938 begonnen. Die erste Vollstauung erfolgte 1951. Beide Kraftwerke gehören heute den Vorarlberger Illwerken AG.

Kehre 24 bis 30 – Die Stauseen der Silvretta

Die Steigung nimmt ein wenig ab und vor einem liegt die imposante Staumauer des Vermunt-Stausees. Keine Ahnung wie viel Energie hinter dieser Staumauer in Form von Wasser gespeichert ist, ein wenig könnte ich aber bereits für meine Beine brauchen. Die Landschaft ändert sich auch in diesem Teil der Strecke. Bisher war es ein kurvenreicher Anstieg in einem engen Talschluss. Ab jetzt öffnet sich das Tal und die vielen Bergspitzen die bis fast 3.000 m gehen liegen in allen Himmelsrichtungen verteilt. Auf jeden Fall hat man die Baumgrenze hinter sich gelassen. Bei Kehre 30 sieht man dann erstmals die Staumauer des Silvretta-Stausees. Es sind ab da nur noch wenige Höhenmeter bis zum Ziel auf der Bielerhöhe. Mit einem guten Gefühl radelt man die letzten Meter bis zum Parkplatz am Stausee. Dort trifft man dann auch wieder alle Fahrzeuge und Radler die einem bei der Auffahrt überholt haben. Auf jeden Fall hat man sich jetzt ein Weißbier verdient und ich setzte mich zwischen die Harley Davidson Fahrer von einem Schweizer Motorradclub und ein paar Pensionisten die mit dem Wohnmobil unterwegs sind.

Verlängerung der Radtour im Montafon

Zwei Möglichkeiten zur Weiterfahrt bieten sich jetzt an. Entweder die Serpentinen zurück zum Ausgangspunkt oder man fährt nach der Bielerhöhe weiter in Richtung Osten. Dabei überquert man die Bundeslandgrenze zu Tirol und erreicht den bekannten Wintersportort Galtür. Die Abfahrt ist rasant und dabei werden die letzten offiziellen Kehren der Silvretta Hochalpenstrasse in lustvoller Schräglage genommen. Kurz vor dem Ort gleich nach der Mautstelle auf Tiroler Seite biegt man links zum Kops-Stausee bzw. Zeinissee ab. Nach ca. 5 km und eher gemächlichem Anstieg erreicht man die beiden Seen. Auch hier ist das Bergpanorama das sich vor allem im Zeinissee wiederspiegelt genauso atemraubend wie die Radtour selber. Über Ganifer geht’s dann ab ins Tal um in Partenen wieder auf die Montafonerstrasse zu gelangen.

Für Radfahrer:

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Die Abfahrt war für mich die eigentliche Überraschung der Tour. Einspurige Straße mit unzähligen Serpentinen. Bis auf ca. 500 m und ein paar ungemütlichen Weideroste ist die Straße perfekt asphaltiert. Wem ein wenig schieben nichts ausmacht kann durchaus diesen Teil mit dem Rennrad absolvieren. Bei Kehre 2 schließt sich der Kreis, da man da wieder auf die Silvretta Straße zurückkehrt. Bis zur Vermuntbahn sind es dann nur wenige Kilometer.

Reizvolle Alternative für Genussradler

Wenn man sich am Parkplatz der Vermuntbahn befindet hat man die Wahl, ordentlich in die Pedale zu treten und über die Silvretta Hochalpenstrasse die Kehren rauf zu radeln oder das Bike in die Vermuntbahn zu laden und 700 Höhenmeter mit der Bahn relaxed zurückzulegen. Hat man sich für die Genusstour entschieden steigt man am Trominier aus der Gondel und es geht gleich abenteuerlich für 2,5 km durch den beleuchteten Wasser-Erlebnis-Stollen Richtung Vermunt-Stausee. Weiter über die Silvretta Hochalpenstrasse kommt man nach gefahrenen 300 HM auf der Bielerhöhe an.

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